Besucherbeteiligung beim Helmsmuseum

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Seit Dienstag den 22. Januar 2008 führen wir für das Helmsmuseum in Hamburg Harburg mit Hilfe von DEMOS eine Besucherbeteiligung an der Planung der Ausstellung zur Harburger Stadtgeschichte durch. Für das Helmsmuseum und uns ist dies ein spannendes Experiment, dass zeigen wird, wie eine Beteiligung der tatsächlichen Zielgruppe einer Ausstellung bereits in der Planungsphase initiiert und integriert werden kann. Das erklärte Ziel dieser Beteiligung ist es, die Besucher zu bitten, „eigene Ideen, Anregungen und Wünsche zu der geplanten neuen Dauerausstellung über die Harburger Stadtgeschichte zu äußern und zu diskutieren“. Das Museum nimmt damit, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die Beteiligung online geschieht, eine Vorreiterrolle auf diesem Sektor ein. Natürlich ist es nicht leicht, einen Teil des Einflusses über eine Ausstellung und damit das Ansehen des Museums abzugeben, aber die sich hieraus ergebenen Vorteile wiegen dies mehr als auf.

Die Beteiligung der Besucher hilft den Planern dabei, Themen zu identifizieren, die sonst vielleicht ignoriert worden wären. Dies ist speziell bei einer Lokal- oder Nischenausstellung von großer Wichtigkeit. Darüber hinaus erlaubt eine solche Beteiligung, die Kenntnisse und persönlichen Erfahrungen der potentiellen Besucher und der lokalen Bevölkerung zu nutzen und verstärkt einzubinden. Oftmals haben diese ein spezielles Wissen über bestimmte Themen und Zusammenhänge, die, natürlich nach Überprüfung, in eine Ausstellung eingebracht werden können. In bestimmten Fällen wird auf diesem Weg auch das Auffinden von speziellen Exponaten für eine Ausstellung ermöglicht. So befinden sich zum Beispiel viele Fotos und andere Gegenstände von historischem Interesse in Privatbesitz. Im Dialog mit den Beteiligten können solche Gegenstände identifiziert werden und ggf. über ihre Nutzung in der Ausstellung gesprochen werden.

Für ein Museum ergeben sich, neben diesen Möglichkeiten die Ausstellung qualitativ zu verbessern, auch Vorteile im Bezug auf die Bekanntheit ihrer Arbeit. In der momentanen Zeit stellt ein Vorstoß in Richtung Onlinebeteiligung durch ein Museum auch eine Meldung mit PR-Wert dar. Den Beginn dieses Effekts kann am Beispiel des Helmsmuseums beobachtet werden. Zusätzlich eröffnet ein Onlinediskurs die Möglichkeit die Besucherbindung zu erhöhen. Der Museumsbesucher wird quasi an „seinem Museum“ beteiligt und findet einen Kanal für seine Kreativität, aber auch seinen Unmut. Insofern stellt eine Beteiligung mit Hilfe eines Tools wie DEMOS auch ein neues Werkzeug für das Eigenmarketing dar. Natürlich „lernt“ das Museum auch viel über die Beteiligten und damit auch die Besucher des Museums – speziell im Hinblick auf Wünsche, Bedürfnisse und Sorgen.

Wir sind also gespannt, wie die Beteiligung im konkreten Fall des Helmsmusuems verläuft und freuen uns, auf diesem Feld aktiv zu bleiben. Wir werden mit Sicherheit, das was wir jetzt lernen, hier auch darstellen.

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Eine Antwort auf Besucherbeteiligung beim Helmsmuseum

  1. BGK sagt:

    Eine Idee, die ihren Charme sicherlich dadurch erhält, dass es sich um eine Ausstellung über einen Stadtteil handelt und dazu sicherlich auch die Einwohner einen wertvollen Beitrag leisten können. Zudem kann auch die Interaktion zu einem Objekt der Kunst werden.
    Grundsätzlich lehne ich alle Marketing-Aktivitäten, die das künstlerische Produkt betreffen aus Überzeugung ab, sofern es sich um Anbieter mit einem Kulturauftrag handelt.
    Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Kulturmarketing, welches sich auf seine Kernaufgaben zurückzieht und diese kreativ angeht und handwerklich sauber umsetzt seine Aufgane besser erfüllt, als “Kulturmarketing-Experten”, die auf dem Umweg durchs BWL-Studium oder als Diplom-Kulturarbeiter die innere Berufung zum Künstlerischen ausleben möchten.

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