Von Birgit Hohberg, 22. Januar 2009, 14:04 Uhr

ParagraphWie der Beck-Blog  heute berichtet, hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien erstmalig einen Weblog zum Thema Magersucht indiziert. Es handet sich dabei um einen Blog, auf dem Anorexie und Magersucht in Gedichten bzw. sogenannten “Glaubensbekenntnissen”, Handlungsanweisungen und “Motivationsverträgen” glorifiziert werden.

Derartige Inhalte erfüllen laut der Bundesprüfstelle den Tatbestand der Jugendgefährdung, wenn sie Kinder und Jugendliche suggestiv zu Lebensweisen drängen, die dem Erziehungsauftrag und der Sorge um das körperliche Wohl widersprechen. Sie gefährden und behindern die Erziehung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten, indem sie Elternrechte und -pflichten unterlaufen und die Kinder dazu bewegen, sich der elterlichen Erziehung zu entziehen.

Diese Entscheidung folge, so der Beck-Blog, einem bereits im letzten Jahr durch das 12er-Gremium gefällten Grundsatzbeschluss,

dass Medien als jugendgefährdend einzustufen sind, die dazu auffordern, sich oder anderen Menschen (schwere) körperliche Schäden zuzufügen (z.B. Aufforderung zum Selbstmord, Aufforderung zur Nahrungsverweigerung, die zu extremen Mangelerscheinungen bis zum Tode führen können [Proanorexie]). Weiterhin seien solche Medien jugendgefährdend, die ein Verhalten verherrlichen oder verharmlosen, das zu körperlichen Schäden führen kann; so z.B. die Verherrlichung von Drogenkonsum und exzessiven Alkoholkonsums bei Negierung der damit einhergehenden Suchtgefahr und den möglicherweise eintretenden schweren körperlichen Schäden.

Nach einer solchen Indizierung dürfen die Inhalte für Minderjährige nicht mehr zugänglich sein. Wenn der Blog dennoch weiter existieren soll,  muss der Blogbetreiber laut lawblog.de eine wirksame Altersverifikation (Passswortschutz und PostIdent) integrieren.Quelle: http://www.blog.beck.de/ lawblog.de

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Bisher 3 Kommentare zum Artikel

  1. Kommentar von Jupp

    Also ich muss sagen, dass ich es schon gut finde, dass man auch hier auf die Kinder achtet. Man tut ja schon was gegen die Kinderpornografie und auch gegen Gewalt ist schon vieles unternommen worden. Da finde ich es nur fair, dass man auch solche Blogs dann für Kinder unzugänglich macht. Denn ich denke schon, dass es Kinder und auch Jugendliche gibt, die so was durchaus ernst nehmen und diese Gefahr dann falsch einschätzen. Und das muss doch auch nicht sein.

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