Habermas und das ungeliebte Internet

Die auch auf Jürgen Habermas zurückgehende deliberative Demokratietheorie ist sicherlich eine der wichtigsten theoretischen Grundlagen für das, was heute unter dem Begriff ePartizipation firmiert.

Bei Perlentaucher findet sich ein ausgezeichneter Artikel der sich mit Jürgen Habermas Kritik am Internet auseinandersetzt, die er in seinem Essay Band „Ach Europa“ geäußert hat.

Habermas hat sich ja bereits an mehreren Stellen besorgt über die Fragmentierung der Gesellschaft in Teilgesellschaften geäußert, aber speziell das Internet „unterminiere“ die nationalen politischen Öffentlichkeiten. Es zerfalle in „desorganisierte Teilöffentlichkeiten“ und es fehle an den „funktionellen Äquivalenten für die Öffentlichkeitsstrukturen, die die dezentralisierten Botschaften wieder auffangen, selegieren und in redigierter Form synthetisieren.“

Robin Meyer-Lucht bei Perlentaucher interpretiert dies als Kapitulation Habermas gegenüber der Notwendigkeit seine deliberative Theorie an das Internet anzupassen und prangert an, dass dies nicht einfach genutzt werden dürfe um Internetantipathie zu begründen. Die Entwicklung des Netzes kann auch so interpretiert werden, dass das Netz sich hin zu einem Many-to-Many Medium entwickelt (Social Networking, Twitter etc.). Dies wiederum wäre aus Habermas´scher Sicht sicher positiv zu bewerten.

Lucht-Meyer bringt diese Idee auf den Punkt, wenn er sagt: „Es entsteht eine Gesellschaft, die sich daran gewöhnt, ihre Diskurse auf ganz unterschiedlichen, vernetzten Plattformen zu führen – eine multiagorale Gesellschaft.“

Der ganzen Artikel von Meyer-Lucht ist hier zu finden.

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