“Living Bridge” – übers Wasser gehen

Ponte Vecchio in Florenz - Quelle: http://www.flickr.com/photos/juanillooo/327301428/in/set-72157594373283995/Voraussichtlich 2009 wird eine weitere Idee aus der Online-Diskussion „Wachsende Stadt“ verwirklicht. Wie bereits berichtet prüft die Stadt Hamburg derzeit die Pläne des Architekturbüros Bothe, Richter und Teherani, das zusammen mit dem Hamburger Bauinvestor Dieter Becken eine spektakuläre Konstruktion über die Elbe bauen will.

Die Idee der Wohn- und Eventbrücken entstammt ursprünglich aus der 2002 geführten Internet-Diskussion zum Thema „Metropole Hamburg – Wachsende Stadt“.

Hamburg hat zwar mehr Brücken als Venedig. Dafür aber keine, wie den Ponte Vecchio in Florenz. Eine solche Wohn-Brücke ist ein verbindendes Bauwerk mit Wohnungen, Läden, Bars und viel Leben. Die Brücke soll westlich der neuen Elbbrücken über die Elbe führen und somit eine wichtige Verbindung der neuen Hafencity werden.

Das Konsortium Becken-Teherani hatte sich schon bald nach der Prämierung der Bürger-Idee dem Thema angenommen und eigene Pläne geschmiedet. Lange Zeit war es ruhig um die geplante Wohn-Brücke in Hamburg. Anfang des Jahres hatte Dieter Becken dann einen Teil seiner Immobilien verkauft, um aus dem Erlös u.a. die Finanzierung des 370-Millionen-Baus zu sichern. Bis nach der Sommerpause will er die Finanzierung klären, so dass schon 2009 mit dem Bau begonnen werden könnte. Jetzt muss „nur noch“ der Senat grünes Licht geben.

Der Handelskammer gegenüber erklärte Becken seine Sicht der Dinge:

370 Millionen Euro soll die Brücke kosten. Eine „normale“, sprich: unbewohnte, Brücke würde die Stadt rund 100 Millionen Euro kosten, der Wert der von der Stadt zu stellenden Grundstücke, läge „deutlich niedriger“, so Becken. „Noch hat sich die Stadt nicht abschließend geäußert. Sie muss den Senat befragen, sich beraten und eine Meinung bilden, aber ich würde sagen: die Stimmung ist positiv.“ Schließlich finde auf der anderen Seite der Elbe auch die Bundesgartenschau 2013 statt: „Die bleibt dauerhaft. Und noch wichtiger: 2020 sollen die Olympischen Spiele in Hamburg stattfinden, und auf dem Kleinen Grasbrook wird der größte Teil der Sportstätten entstehen. Das geht ohne Brücke nicht.“

Quelle: hamburger wirtschaft, Ausgabe Juni 2007

Für Hadi Teherani ist das Projekt nicht nur eine Brückenkonstruktion, sondern ein „Stadtraum mit Park”. Vorbild für ihn sei die Ponte Vecchio in Florenz oder die Newcastle Bridge in London. “Auch London, Berlin und Rotterdam wollen eine solche lebendige Brücke bauen“, betonte Becken bei der Präsentation der jüngsten Pläne, „Wir würden gerne die ersten sein.“

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2 Antworten auf “Living Bridge” – übers Wasser gehen

  1. Pingback: api.metasynapse.de / Leben am Wasserpegel - Kiez beim Sprung über der Elbe

  2. 1. Das Projekt “Living Bridge” macht Schlagzeilen und die FHH scheint es zu unterstützen, obwohl es städtebaulich sehr problematisch ist.

    2. Es hat über das Projekt und seine Randbedingungen keine abschließenden Untersuchungen und Entscheidungen gemäß Baugesetzbuch gegeben. Gleichwohl wird das Projekt auf Prospekten der FHH zu Lasten der Steuerzahler beworben.

    3. Die Darstellungen des Projektes sind irreführend. In den Bildern sind z.B. zwei geplante Hochhäuser nicht dargestellt. Die Auffahrtrampen sind wegretuschiert, die Anzahl und Dicke der notwendigen Stützen sind geschönt.

    4. Es entsteht ein 700 m langer Riegel – hoch wie die Grindelhochhäuser – der die östlich davon liegenden Entwicklungsbereiche ihrer attraktivsten Qualität, nämlich des Blickes zum Hafen und zur Stadt beraubt.
    Der Vorteil für den einen Investor ist ein Nachteil für die Allgemeinheit.

    5. Der besondere Blick von den Elbbrücken auf die Stadt ( Fernzüge und S-Bahn ) geht verloren.

    6. An dieser Stelle ist eine Straßenverkehrsanbindung zwischen Veddel und Innenstadt über den Magedeburger Hafen städtebaulicher Unfug. Sie schafft u.a. im Zentrumsbereich der HafenCity – am Magedburger Hafen – Verkehr, wo man eigentlich verkehrsberuhigte Zonen plant. Es ist völlig unklar, wie von dieser Straße der Kleine Grasbrookoder gar Wilhelmsburg erreicht werden soll.

    7. In einer Hafenstadt schafft man attraktive Verbindungen innerhalb der künftigen Kernstadt über den Fluß – also zwischen Kleinem Grasbrook und HafenCity – am besten mit Fähren.
    Das belebt den Stadtraum. Die Brücke hingegen ist ein toter Koloss.

    8. Hamburg braucht einen belebten, lebendigen Fluß – nicht eine tote Brücke.

    Gerhard Bolten. Architekt BDA, Stadtplaner SRL

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