Living Labs – Raus aus dem Labor, rein in die Welt!

ll1.jpgHinter dem etwas seltsam anmutenden Begriff Living Labs verbirgt sich ein neuer Ansatz, der die Entwicklung innovativer Produkte vom Labor in die reale Welt verlagert.

Vor allem die (potenziellen) Nutzer sollen möglichst früh ihre Meinung zu neuen Produktideen äußern oder erste Prototypen in ihrem alltäglichen Leben ausprobieren. Aber auch Vertreter anderer Gruppen, für die das jeweilige Produkt (oder die Dienstleistung) eine Rolle spielt, sollen aktiv in den Entwicklungsprozess einbezogen werden und sich über die Produktqualität, Ausstattung und Verbesserungsmöglichkeiten austauschen.

Auf diese Weise könnten teuere Fehlentwicklungen verhindert und die Nutzerfreundlichkeit von Produkten erhöht werden. Innovationen selbst lassen sich kaum planen oder erzwingen. Sie benötigen eine heterogenes Umfeld und entstehen durch die Interaktion von Menschen mit verschiedenen Interessen, Sichtweisen und Kenntnissen.

Innovation
Quelle: vpniitamo.ppt
Diese Bedingungen sollen durch Living Labs garantiert und damit die Wahrscheinlichkeit der Entstehung neuartiger Lösungen erhöht werden.
Die Methode sieht fünf Stufen vor – Kontextualisierung, Auswahl, Konkretisierung, Erprobung und Feedback – und kann in verschiedenen Phasen eines Entwicklungsprozesses zum Einsatz gelangen, bspw. bei:

• Zusammenstellung neuer Produkt- oder Serviceideen
• Marktstudie und Erarbeitung neuer Lösungskonzepte
• Design, Entwicklung und Erprobung neuer Produkt- oder Serviceprototypen
• Konstruktion, Produktion und Markteinführung einer neuen Ware

Von anderen Ansätzen innovativer Produktentwicklung unterscheiden sich LIving Labs vor allem durch intensive Partizipation in einem offenen und wenig kontrolliertem Umfeld:

ll2.jpg

Ursprünglich am MIT (USA) entwickelt, sind Living Labs vor allem in Europa auf große Resonanz gestoßen und entwickeln sich zur Zeit sehr dynamisch. Es gibt inzwischen nicht nur eine Vielzahl von Living Labs (~ 20) in verschiedenen europäischen Ländern sondern auch zahlreiche Netzwerke.

Was das alles mit E-Partizipation zu tun hat? Das Internet ist das ideale Medium, um die Einbeziehung der verschiedenen Akteure zu ermöglichen und die Kommunikation zu bündeln. Wir werden unsere E-Partizipationsplattform DEMOS für diesen Zweck anpassen und u.a. in verschiedenen EU-Projekten erproben. Eine erste Gelegenheit bietet sich für uns im Rahmen von LexiPation.

Über Verlauf, Ergebnisse, Schwierigkeiten und Erfolge werden wir an dieser Stelle regelmäßig berichten.
Weiterführende Informationen:

Beispiele:
Mobile City Bremen
Living Lab Västerdik

Blogs:
Living Labs Europe

Ami@Work

Netzwerke:
European Network of Living Labs
Living Labs Europe

ppt:
Veli-Pekka Niitamo

Texte:
State-of-the-art in utilizing Living Labs approach
What is a Living Lab?

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Living Labs – Raus aus dem Labor, rein in die Welt!

  1. Pingback: App Inventor für Android – Erste Schritte in das Feld der mobilen Partizipation | DEMOS-Monitor

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>