Online-Diskussion beendet: „Prima Klima entlang der Wandse“

4400 Besucher, 151 Beiträge zu zukünftigen Klimaanpassungsmaßnahmen entlang der Wandse sowie drei Livediskussionen mit Experten: Die Online-Diskussion „Prima Klima entlang der Wandse? Klimawandel und Anpassungsmaßnahmen”, mit der das Verbundprojekt KLIMZUG-NORD mit Bürgerinnen und Bürgern mögliche Folgen des Klimawandels und denkbare Anpassungsmaßnahmen entlang des Flusses Wandse beleuchtet hat, ist abgeschlossen. Weiterlesen

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Open Government: Politik und Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen setzen auf Bürgerbeteiligung

„Bürgerbeteiligung“ in Politik und Verwaltung wird z. Zt. viel diskutiert. Neben „klassischen“, gesetzlich festgeschriebenen Instrumenten der (kommunalen) Bürgerbeteiligung wie Bürgerentscheid und Bürgerbegehren versteht die Politik das Thema mittlerweile auch in einem weit umfassenderen Rahmen, Stichwort Open Government.

Worum geht es dabei?

Nach einer Definition der Zeppelin University ist Open Government gekennzeichnet durch die „(…) behutsame Öffnung von Staat und Verwaltung gegenüber der Bevölkerung und der Wirtschaft.“ Dabei handelt es sich um nicht weniger als einen  „(…) kulturellen Wandel, der durch ein neues partnerschaftliches Verhältnis zum Bürger geprägt ist und mit dem neues Vertrauen aufgebaut werden kann.“ Dieser Wandel ist geprägt durch „Offenheit, Transparenz, Partizipation, Kollaboration, Innovation, Öffnung, Offenheit, frei verfügbare Daten (…).“

In ihrem  White Paper „Plädoyer für eine Open Government- Offensive in Deutschland“ geht die Beratungsfirma BearingPoint auf die Leitgedanken bei der Umsetzung ein: „Transparenz, um die Motive staatlichen Handelns nachvollziehbar zu machen, Kooperation von staatlichen Stellen mit Bürgern und Wirtschaft im Sinne einer wirklichen Zusammenarbeit und Partizipation, d.h. die konkrete Mitwirkung von Bürgern, Wirtschaft und Gesellschaft bei staatlichen (Entscheidungs-)Prozessen.“

Die Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm “Vernetzte und transparente Verwaltung” vom 18. August 2010 die Vorteile von Open Government formuliert: „Transparenz stärkt das Pflichtbewusstsein und liefert den Bürgern Informationen darüber, was Verwaltung leistet. Sie ermöglicht auf diese Weise Partizipations- und Kollaborationsformen und bindet das weit verstreute Wissen der Gesellschaft in Entscheidungsprozesse ein. Durch den Austausch mit gesellschaftlichen Gruppen können die Herausforderungen an den modernen Staat bewältigt werden. (…) Das interaktive Potenzial des Internets und Projekte in Bund, Ländern und insbesondere in den Kommunen verdeutlichen den Mehrwert des Open-Government-Ansatzes.“ Und auch der IT-Planungsrat formuliert in seiner „Nationalen E-Government-Strategie“ unter der Überschrift „Leitbild 2015“ als Ziel: „Bürger können sich über elektronische Medien aktiv an der politischen Willens- und Meinungsbildung und an der Gestaltung öffentlicher Aufgabenerfüllung beteiligen. Diese Teilhabe spielt in der politischen Wahrnehmung eine wesentliche Rolle.“

Die bisher durchgeführten Maßnahmen des Bundes im Bereich E-Government fasst der „Abschlussbericht E-Government 2.0“ des Bundesinnenministeriums zusammen, wobei die beschriebenen Instrumente sich insbesondere auf effizientes Verwaltungshandeln bzw. die Nutzung von Verwaltungsdienstleistungen durch Bürger und Unternehmen mittels Informationstechnologien beziehen. Das Thema E-Partizipation wird etwa mit der Vorstellung der Plattform e-konsultation.de genannt.

Dass Open Government in der Politik auf Landesebene mittlerweile ein Thema ist, zeigen exemplarische Auszüge aus  Koalitionsverträgen, die 2010 und 2011 geschlossen wurden: In Baden-Württemberg haben Grüne und SPD ausdrücklich festgehalten, dass die Koalitionspartner für eine transparente Verwaltung stehen. Und weiter heißt es: „Die bisherigen Aktivitäten Baden-Württembergs im Bereich e-Government und digitaler Demokratie werden wir ausbauen.“ Die Koalitionspartner in Rheinland-Pfalz benennen das Thema Open Government bzw. E-Government in Zusammenhang mit der dortigen Kommunal- und Verwaltungsreform (KVR): „Mit der KVR wollen wir die kommunalen Räte stärken und direktdemokratische Elemente erleichtern, um Transparenz und Bürgerbeteiligung zu fördern. Dabei sollen verstärkt neue Technologien eingesetzt werden (Ratsinformationssystem, eGovernment etc.).“  SPD und Grüne in Nordrhein-Westfalen wollen eine „(…) Open-Government-Initiative starten, die sich an den Leitzielen von Transparenz, Partizipation und Zusammenarbeit ausrichtet und die die kosten- und diskriminierungsfreie Bereitstellung öffentlicher Daten und Informationen ebenso zum Gegenstand hat wie neue und erweiterte digitale Beteiligungsmöglichkeiten der Menschen an öffentlichen Entscheidungsprozessen.“ Diese Initiative wird in NRW konkret vorbereitet, wie der Behörden Spiegel kürzlich meldete. Auch im Vorfeld der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18. September war das Thema präsent: Die Mehrheit der vor den Wahlen im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien versteht Open Government bzw. E-Government als Begriffe, die im Sinne einer umfassenden Bürgerbeteiligung über die Erledigung von „Behördengängen“ hinausgehen.
Noch vor der Wahl zur Bürgerschaft in Hamburg im Februar dieses Jahres bezeichnete die „Zeit“ das Thema Open Government als „Fremdwort“ in den dortigen Wahlprogrammen.

Für Politik und Verwaltung in den Kommunen bedeuten diese Zielvorgaben und Initiativen eine Bestätigung bereits durchgeführter Projekte und nicht zuletzt eine Ermutigung, ihre Aktivitäten im Bereich Open Government weiter auszubauen, etwa mit Online-Diskussionen. Die Projekte “Bürgerhaushalt in Berlin-Lichtenberg“ und der Online-Diskurs zur Gestaltung des Citybahnhofs in Ulm können beispielhaft genannt werden.

Als (vorläufiges) Fazit bleibt, dass „klassische“ Bürgerbeteiligungsinstrumente nach wie vor einen Stellenwert besitzen, Beispiel Nordrhein-Westfalen: Im Juni dieses Jahres hat das Innenministerium NRW mitgeteilt, dass die Bürgerbeteiligung auf kommunaler Ebene erleichtert werden soll, etwa durch Senkung der für den Erfolg eines Bürgerentscheids maßgeblichen Quoren. Jenseits standardisierter Instrumente wie Bürgerbegehren und Bürgerentscheid jedoch bietet Open Government das Potenzial, die Identifikation der Bürger mit ihrem Gemeinwesen weit umfassender zu stärken. Und die Vorteile für Verwaltungen und Politik in den Kommunen liegen auf der Hand: Sie erhalten schon im Vorfeld einer geplanten Maßnahme Informationen über die Wünsche ihrer Bürger und – Stichwort `Stuttgart 21´ – können auf diesem Weg ihr Handeln nachhaltig absichern. Voraussetzung ist allerdings eine professionelle Durchführung. Ob Bürgerhaushalte, moderierte Online-Diskurse oder auch die gesetzlich vorgeschriebene Beteiligung in der Bauleitplanung: Tragfähige Ergebnisse werden nur erzielt bei einem höchst durchstrukturierten Prozess, von den ersten Vorüberlegungen bis zur Präsentation der Ergebnisse. Nicht zuletzt von dieser Professionalität wird abhängen, welchen Stellenwert Bürgerbeteiligung im Sinne des Open Government in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einnehmen wird.

Links:

Zeppelin University: Open Government – Öffnung von Staat und Verwaltung

White Paper von BearingPoint

Regierungsprogramm “Vernetzte und transparente Verwaltung”

Nationale E-Government-Strategie: Beschluss des IT-Planungsrats

„Abschlussbericht E-Government 2.0“ des Bundesinnenministeriums

IKT-Strategie der Bundesregierung

Behörden Spiegel: Artikel “In Bewegung bleiben”, u.a. über die Open Government-Initiative in NRW

Data Blog der “Zeit”: Fremdwort Open Government – Wahlprogramme in Hamburg

Pressemitteilung Innenministerium NRW: Neues Gesetz soll die kommunale Bürgerbeteiligung erleichtern

Projektauswahl der DEMOS GmbH

Koalitionsverträge:

Baden-Würtemberg

Rheinland-Pfalz

Nordrhein-Westfalen

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„Verwaltungen werden vom Dienstleister zum `Ermöglicher´“

Exklusives Interview mit Dr. Elke Löffler, Geschäftsführerin des Beratungsunternehmens Governance International in Großbritannien.

Die DEMOS GmbH hatte beim Open Government Camp 2011 in Berlin Gelegenheit, mit Dr. Elke Löffler von der Organisation Governance International zu sprechen, die mit ihren Kollegen Prof. Tony Bovaird und Frankie Hine-Hughes eine sehr gut besuchte Session zum Thema „Fix-my-Society: Mehr Bürgerbeteiligung durch Open Government?“ veranstaltet hat.

DEMOS:
Frau Dr. Löffler, Sie sind Geschäftsführerin der Nonprofit-Organisation Governance International mit Sitz in Großbritannien. Worum geht es bei Ihrer Arbeit?

Dr. Elke Löffler:
Bei unserer Arbeit geht es vor allem um zwei Aspekte des „good governance“, also eines guten Regierungshandelns: Open Government im Allgemeinen und Bürgerbeteiligung im Besonderen. Außerdem liegt uns der internationale Erfahrungstransfer am Herzen, denn in Zeiten der Finanzkrise geht es nicht darum, dass man Gleiches mit Gleichem vergleicht, sondern von Unterschieden lernt, um völlig neue Ideen zu entwickeln. Verwaltungsinnovation ist das Gebot der Stunde!

DEMOS:
Stichwort transparente Haushaltsführung bzw. Open Data: Welchen Mehrwert haben Verwaltungen eigentlich, wenn sie Bürgerinnen und Bürger in Haushaltsberatungen einbeziehen?

Dr. Elke Löffler:
Wir sehen Open Government ganzheitlich, d. h. nicht nur unter dem Blickwinkel Open Data. Es geht vor allem um Bürgerbeteiligung, Transparenz, Rechenschaftslegung. Es gibt da unseres Erachtens in Deutschland großen Nachholbedarf, die Verwaltung ist noch nicht so transparent wie es wünschenswert wäre. Speziell beim Thema Haushaltstransparenz gibt es großen Handlungsbedarf in Deutschland. England ist hier schon sehr viel weiter. Beispielsweise muss jede Ausgabe über 500 Pfund im Internet veröffentlicht werden, und das auf jeder Verwaltungsebene, von den Kommunen bis zur Regierung. Man wird aber auch beobachten müssen, inwieweit hier ein tatsächlicher Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger entsteht – dazu laufen gerade erste Evaluierungen.
Was Deutschland angeht, finde ich die zunehmende Zahl von Bürgerhaushalten ermutigend. Da hat auch der Bertelsmann-Preis eine wichtige motivierende Wirkung gehabt. Ein noch nicht gelöstes Problem besteht meiner Meinung nach darin, dass bei  vielen Bürgerhaushalten wenig für die Verwaltungen herauskommt, d. h. sie lernen recht wenig davon. Aber auch die Bürgerinnen und Bürger können nicht erkennen, dass sie eine nachhaltige Wirkung erzielen können. Da muss man sicher nachsteuern.

DEMOS:
Wie könnte eine ‚Nachjustierung‘ aussehen, so dass sowohl Verwaltung als auch Bürger mehr von Bürgerhaushalten haben?

Dr. Elke Löffler:
Bei Bürgerhaushalten soll es eigentlich nicht nur um die Mittel bzw. die knappen Haushaltskassen gehen, sondern eben auch um Bürgerbeteiligung: Was können Bürger tun, um Dinge ganz konkret vor ihrer Haustür zu verbessern? Wir wissen aus unserer Arbeit mit britischen Kommunen, dass es da noch viele unausgeschöpfte Potenziale gibt. Auch deutsche Verwaltungen müssten hier eine Art Marktforschung betreiben und Bürgerinnen und Bürger fragen, wofür sie sich interessieren und was sie bereit sind zu tun. Dann sind es auch schlichte Verfahrensprobleme: Wenn es um Einsparungen geht und man Bürgerinnen und Bürger pauschal dazu befragt, kann nicht viel dabei herauskommen.
Wichtig ist nach unserer Auffassung, dass man zielgruppenorientiert die Bürgerinnen und Bürger befragt, die in einem Feld Experten- bzw. Alltagswissen haben, das in der Verwaltung nicht vorhanden ist. Dann hat auch die Verwaltung etwas davon, denn solche Vorschläge können auch zu tatsächlichen Innovationen führen. Als Beispiel könnte man Menschen mit Behinderungen anführen: Befragungen haben gezeigt, dass sich diese Zielgruppe in erster Linie menschliche Kontakte wünscht und nicht mehr öffentliche Leistungen, wie fälschlicherweise von vielen Sozialämtern angenommen wurde. Daher investieren jetzt immer mehr britische Kommunen in sogenannte Tauschringe, die von der Sozialhilfe abhängigen Menschen Selbstbestätigung und das Gefühl geben gebraucht zu werden.

DEMOS:
Welche Rolle spielen Projekte wie der Bürgerhaushalt Lichtenberg?

Dr. Elke Löffler:
Beim Bürgerhaushalt in Lichtenberg finde ich sehr positiv, dass es sich um einen gewachsenen Prozess handelt. Die Verwaltung hat das Verfahren regelmäßig evaluiert und weiterentwickelt. Es hat also ein Lernprozess stattgefunden. Als neue Entwicklung hervorzuheben sind hier z. B. die Kiezfonds, d. h. es geht nicht nur um den Haushalt, sondern man versucht, bürgerschaftliches Engagement und Innovationen im kleinen Raum zu fördern. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass das durchaus funktioniert. Das Ganze ist dann nicht verbunden mit einem komplexen Verwaltungsverfahren. Man lässt die Bürgerinnen und Bürger selbst entscheiden, und diese übernehmen auch die Beaufsichtigung. Dabei hat sich gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger sehr genau hinsehen, jeden Antrag genau prüfen, d. h. sie sind sehr gewissenhaft und weitsichtiger als oft von der Politik angenommen.

DEMOS:
Wenn wir einen Blick in die Zukunft wagen: Wie wird Bürgerbeteiligung in fünf Jahren vor dem Hintergrund der technologischen Weiterentwicklungen, aber auch vor dem Hintergrund der Open Government-Debatte aussehen?

Dr. Elke Löffler:
Die Verwaltung wird sich wandeln von einem Dienstleister zu einem „Ermöglicher“. Das kann man in Großbritannien bereits beobachten, und auch in Deutschland gibt es erste Ansätze in Richtung Koproduktion öffentlicher Leistungen. Die Entwicklung wird in die Richtung „Hilfe zur Selbsthilfe“ gehen, z. B. Hilfe zu einer besseren Vernetzung, damit die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Wirtschaft ihr Wissen und ihre Ressourcen einbringen können. Open Data kann einen Beitrag leisten, dass die partnerschaftliche Zusammenarbeit  zwischen Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern verstärkt wird. In England gibt es dafür schon ganz konkrete Ansätze. Neben den modernen Informations- und Kommunikationsmitteln ist die Finanzkrise da ein wichtiger Treiber. Die Bürgerinnen und Bürger werden zukünftig verstärkt „bottom up“ tätig werden, d. h. sie evaluieren aus eigenem Antrieb mit den zur Verfügung stehenden Mitteln die Verwaltung. Darauf wird sich Verwaltungshandeln einstellen müssen. Open Government bietet aus Sicht der Verwaltungen aber auch konkrete Mehrwerte, etwa Input und Information: Der „Ratgeber Bürger“ ist quasi kostenlos. Das kann auch zu Einsparungen führen. Allgemein kann sich die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit der Arbeit der Verwaltung erhöhen.

DEMOS:

Frau Dr. Löffler, wir bedanken uns für dieses Interview!

Links:
Internetpräsenz von Governance International

DEMOS-Angebote zur Bürgerbeteiligung

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Veranstaltungstipp: “Öffentlichkeitsbeteiligung in der Stadt- und,Raumplanung”

Die Beteiligung der Öffentlichkeit in Planungsprozessen steht nicht erst seit Stuttgart21 ganz oben auf der Tagesordnung vieler Städte und Kommunen. In dieser Veranstaltung berichten Praktiker und Experten aus der öffentlichen Verwaltung von ihren Erfahrungen und stellen konkrete Beteiligungsansätze vor.

Neben der Bürgerbeteiligung geht es auch um Verfahren zur effizienten Beteiligung von Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange im Rahmen der Bauleitplanung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Online-Beteiligung.

Referenten sind unter anderem Dr. Reinhard Wulfhorst (Referatsleiter Verkehrskonzepte, Bürgerbeteiligung, Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern), Arne Dornquast (Bezirksamtsleiter Hamburg-Bergedorf), Wolfgang Krause, (Fachbereichsleiter Inneres des Kreises Stormarn (Schleswig- Holstein) und Volker Jescheck (Hauptabteilungsleiter Stadtplanung der Stadt Ulm).

Wann? Donnerstag, den 3. November 2011; 9:30 bis 13:30 Uhr

Wo? TuTech Innovation GmbH, Harburger Schloßstr. 6-12, 21079 Hamburg

Anmeldung: Bitte melden Sie sich über
www.amiando.de/Beteiligung
zur Veranstaltung verbindlich an. Eine Anmeldebestätigung erhalten Sie per E-Mail.
Die Veranstaltung ist für Sie kostenfrei. Die begrenzten Plätze werden nach Anmeldedatum vergeben.

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Open Government Camp 2011 in Berlin: Wissen für die `Offene Staatskunst´

Mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, Sessions, Diskussionen und (inter)nationaler Erfahrungsaustausch im Herzen Berlins: Das Open Government Camp 2011 am 29. und 30. September, die bedeutendste Veranstaltung zu diesem Thema in Deutschland, wartete wie in den Jahren zuvor mit einem reichhaltigen Programm auf. Organisiert wurde die Tagung vom Verein Government 2.0 Netzwerk, in dem sich Vertreter aus Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Verwaltungen, Verbänden und  wissenschaftlichen Einrichtungen zusammengeschlossen haben.

Nach dem Auftakt am Donnerstag in der Bayerischen Landesvertretung folgte am Freitag das ganztägige Barcamp in der Bertelsmann Repräsentanz Unter den Linden. Bei diesem aus den USA stammendem Tagungskonzept stellen die sogenannten Sessiongeber die von ihnen geplanten Workshops vor, für die jeweils das Interesse seitens des Plenums abgefragt wird. Das Spektrum reichte von Grundsatzthemen (z. B. Wofür Open Government?, eGovernment Monitor 2011) über Detailfragen (z. B. Bürgerhaushalte, Social Media in der Öffentlichen Verwaltung) bis zur Vorstellung konkreter Projekte (etwa das DEMOS-Projekt BürgerForum 2011 oder Apps für Deutschland).

Gewissermaßen eine Einführung in die Thematik bot die Panel-Diskussion „Community- Public-Partnership – wie können Verwaltung und Community zusammenarbeiten?“: Julia Witt, Büroleiterin beim Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen in Berlin und Mitinitiatorin des Berliner Open Data-Portals, Gisela Erler, als Staatsrätin in Baden-Württemberg zuständig für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung und die isländische Parlamentsabgeordnete Birgitta Jonsdottir beleuchteten grundsätzliche Themen und Implikationen der Bürgerpartizipation für Gegenwart und Zukunft (etwa nach `Stuttgart 21´).

Auch die Session mit dem bewusst provokanten Titel „Wofür Open Government?“ regte zu einem grundsätzlichen Nachdenken über das Thema an: Wer verantwortet letztlich Positionen, die im Rahmen eines Beteiligungsprozesses entstanden sind? Wie bindet man Bürger ein, die durch E-Government teilweise schwer oder gar nicht erreichbar sind, etwa Senioren? Wie ist die „Weisheit der Vielen“ einzuordnen, wenn sich einige Bürger stark für eine Beteiligung interessieren, andere aber erst noch dafür gewonnen werden müssen?

Ein Beispiel für eine medienübergreifende Bürgerbeteiligung stellte Hans Hagedorn von der DEMOS GmbH mit dem BürgerForum 2011 vor: Das von Bundespräsident Christian Wulff initiierte und von der DEMOS GmbH im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung unterstützte Projekt hat 10.000 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger sowohl per Internet als auch in Veranstaltungen in einen Meinungsbildungsprozess eingebunden. Das von den Teilnehmenden verabschiedete Bürgerprogramm beinhaltete Positionen und Forderungen, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt in der Gesellschaft gestärkt werden kann.
Ein interessanter Vergleich dieses Ansatzes mit dem in derselben Session vorgestellten  „Liquid Democracy“-Konzept der Piraten Partei machte Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich: Ähnlich wie beim BürgerForum arbeiten auch hier viele tausend Menschen zusammen, um gemeinsame politische Texte zu erarbeiten. Im Detail bestehen dabei jedoch recht unterschiedliche Ansätze. So wurde in der Session z.B. kontrovers diskutiert, ob eine Online-Moderation zwangsläufig zu Manipulation führt oder ob sie neutral und all-parteilich handeln und damit Beteiligung sogar fördern kann.

Dass auch die „Richtung“ von Beteiligungsinitiativen berücksichtigt werden muss, wurde z.B. in der Session „Open Data und Open Government Data“ deutlich: Prof. Dr. Jörn von Lucke von der Zeppelin University benannte u.a. rechtliche Rahmenbedingungen und Potenziale offener Daten für Verwaltungen und Bürger und stellte nationale und internationale Open Data-Projekte vor, z. B. das Projekt offenerhaushalt.de: Dieses Angebot des Vereins Open Knowledge Foundation Deutschland ermöglicht  Bürgerinnen und Bürgern Einblicke in die Haushalte u.a. von Bundesministerien, die zudem visualisiert und kommentiert werden können. Die Initiative für eine Beteiligung kann aber auch von der Verwaltung ausgehen, Stichwort Bürger- bzw. Beteiligungshaushalte. Deutschland belegt beim sogenannten Open Budget Index 2010 übrigens einen Platz im oberen Mittelfeld.

Um Chancen und Risiken von Social Media-Plattformen wie Facebook ging es in der Session über „Social Media in der öffentlichen Verwaltung“: Renate Mitterhuber, Leiterin des Referats E-Government- und IT-Strategie bei der Finanzbehörde Hamburg, informierte über den Leitfaden „Social Media in der Hamburgischen Verwaltung“, der sehr detailreich auf einzelne Plattformen und deren Nutzungsmöglichkeiten eingeht. Auch die  Einbindung in die Kommunikationsstrategie einer Verwaltung wird thematisiert, etwa die Frage, welche Mitarbeiter sich als offizielle Vertreter ihrer Behörde äußern dürfen.

Und schließlich ging es am Ende dieses an Input so reichen Tages u.a. nochmal um ein sehr konkretes Anwendungsgebiet: Rolf Lührs und Dorothée Rütschle von der DEMOS GmbH und Meinolf Asshoff vom Unternehmen geoGLIS präsentierten in der Session „E- Partizipation und offene Daten in der Raumplanung“ das Instrument Bauleitplanung online: Mit diesem Verfahren lässt sich das gesamte gesetzlich vorgeschriebene Verfahren in der Bauleitplanung internetgestützt abwickeln. Die Vorteile für Verwaltungen liegen auf der Hand: Der kostspielige Versand von Unterlagen entfällt, die beteiligten Akteure wie Verwaltungen, Unternehmen und Bürger können ihre Stellungnahmen elektronisch abgeben und mittels eines einheitlichen Standards austauschen. Wie auch bei den anderen Sessions brachten sich Teilnehmer aus dem Plenum mit ihren Vorschlägen, Ideen und Anregungen ein.

Umfangreiche Informationen, Interviews, Nachberichte etc. stellt das Government 2.0-Netzwerk auf seinen Internetseiten zur Verfügung.

Fazit: Das Open Government Camp 2011 bot Praktikern wie Theoretikern sehr  umfassende Informationen, Eindrücke und Anregungen. Man wünscht den Machern dieser ehrenamtlich organisierten Veranstaltung, dass sie auch in den nächsten Jahren die Diskussion rund um das Thema so erfolgreich vorantreiben wie in diesem Jahr.

Links:

Government 2.0 Netzwerk Deutschland e. V.

Buchempfehlung:

Offene Staatskunst. Bessere Politik durch „Open Government“? Eine Publikation des Internet & Gesellschaft Co:llaboratory. Abschlussbericht. 2. Auflage Oktober 2010; Publikation als PDF auf der Internetpräsenz von co:llaboratory

 

 

 

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E-Government-Monitor 2011: Großes Nutzerpotenzial, ausbaufähige Beteiligung

Kurz vor dem Start des Open Government Camps in Berlin haben die Initiative D21 und das Forschungsinstitut ipima den „eGovernment-Monitor 2011“ vorgestellt. Er vergleicht die Nutzung und die Akzeptanz elektronischer Bürgerdienste in Deutschland, Großbritannien, Österreich und Schweden.

Wie die Autoren betonen, liegen die Nutzerzahlen von E-Government-Angeboten unter der Online-Bevölkerung in Deutschland mit 40 Prozent der Befragten hinter denen in den anderen Ländern zurück. Zum Vergleich: In Schweden nutzen 69 Prozent der Befragten solche Angebote.

Die Zahlen zeigen aber auch, dass das Interesse auch in Deutschland hoch ist: 39 Prozent der Befragten, die Möglichkeiten der Online-Beteiligung kennen, planen eine Nutzung solcher Anwendungen, 29 Prozent der Befragten in dieser Gruppe haben bereits einschlägige Erfahrungen und möchten solche Angebote auch zukünftig nutzen.
Führend ist Deutschland im Ländervergleich mit 38 Prozent der Befragten bei der Nutzung von Online-Angeboten der Städte und Kommunen sowie von Informationen über die Zuständigkeiten der Stadt oder Kommune (41 Prozent).

Interessant die Analyse der soziodemographischen Daten: Befragte der mittleren Altersgruppe (im Alter von 35-54 Jahren) nutzen länderübergreifend E-Government-Dienste am häufigsten. Ebenfalls in allen untersuchten Ländern nennt ein hoher Prozentsatz als wichtige Faktoren bei der E-Government-Nutzung Sicherheit, Datenschutz und Zuverlässigkeit der Systeme.

Und die Vorteile von Online-Bürgerbeteiligung aus Nutzersicht? 64 Prozent der Befragten in Deutschland nennen die Möglichkeit der schnellen und einfachen Information über aktuelle Vorhaben – und immerhin 39 Prozent sehen den Vorteil, dass bei kontroversen Vorhaben ein frühzeitiger Meinungsaustausch ermöglicht wird.

Insgesamt ist– um in Deutschland zu bleiben – auf Nutzerseite das Potenzial für E-Government durchaus beträchtlich. In Zukunft wird es darauf ankommen, von den Befragten häufig genannte Nutzungsbarrieren – mangelnde Datensicherheit, mangelnde Durchgängigkeit, undurchschaubare Struktur der Online-Angebote – auszuräumen bzw. die Nutzerfreundlichkeit insgesamt zu verbessern, um die Nutzerzahlen (weiter) zu steigern.

Links:
E-Government Monitor 2011

Open Government Camp 2011
 

 

 

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Öffentliche Onlinediskussion startet heute: “Prima Klima entlang der Wandse? Klimawandel und Anpassungsmaßnahmen”

Unter dem Titel “Prima Klima entlang der Wandse? Klimawandel und Anpassungsmaßnahmen” startet das Verbundprojekt KLIMZUG-NORD der Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg heute eine öffentliche Onlinediskussion über mögliche Folgen des Klimawandels im Einzugsgebiet der Wandse. Die Wandse entspringt in Schleswig-Holstein und mündet in Hamburg in die Alster.

Worum geht es?

Das Klima ändert sich. Temperaturen, Starkregen und Hochwasser nehmen zu. In Hamburg wurde gerade in jüngster Zeit eine Zunahme von Starkregenereignissen. verzeichnet, deren Folgen für die Betroffenen unangenehm und kostspielig sind. Auch entlang der Wandse werden sich diese klimatischen Veränderungen in Zukunft immer stärker bemerkbar machen.

Wie aber können wir uns gegen die Folgen des Klimawandels schützen? Welche Maßnahmen gibt es und welche sind sinnvoll?

Das Forschungsprojekt KLIMZUG-NORD lädt die Bürgerinnen und Bürger vom 15. – 30. September 2011 ein, sich in der Onlinediskussion wandse-klima.de bei der Entwicklung zukünftiger Anpassungsmaßnahmen aktiv einzubringen.

Anknüpfungspunkte bieten z. B. konkrete Maßnahmen für drei Gebietstypen entlang der Wandse – Innenstadt, Mischgebiet und Stadtrand -, die auf die bestehenden Risiken und Chancen hin untersucht wurden. Das Forschungsprojekt hat Maßnahmen entwickelt, mit denen dem zukünftigen Klimawandel in diesen Gebieten begegnet werden könnte. Dabei handelt es sich nicht nur um Hochwasserschutz, sondern beispielsweise auch um den Umgang mit Niederschlagswasser als Folge des immer häufiger auftretenden Starkregens, Maßnahmen zur passiven Klimatisierung von Wohn- und Verwaltungsgebäuden, Gebäudeausrichtungen, Dachbegrünungen, Umgang mit Freiflächen, Naturschutz und Grünflächen etc.
Im Verbundprojekt KLIMZUG-NORD arbeiten die Bundesländer Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, verschiedene Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Behörden zusammen, um Strategien und Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in der Metropolregion Hamburg zu entwickeln und Handlungsempfehlungen für das Jahr 2050 zu erstellen.
Durchgeführt wird die Diskussion mit DEMOS, der Plattform für internetgestützte Bürgerbeteiligung.

Links:

Onlinediskussion “Prima Klima entlang der Wandse?”

Verbundprojekt KLIMZUG-NORD

Informationen über das Angebot der DEMOS GmbH im Bereich Bürgerdialog/Bürgerbeteiligung

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Bürgerdialog auf Facebook, Twitter & Co?

Verwaltung und Politik suchen den Dialog mit den Bürgern, immer häufiger auch im Internet. Die bisherigen Experimente auf diesem Feld sind allerdings nicht durchgängig von Erfolg gekrönt – was zuletzt in einem etwas polemischen Beitrag auf Spiegel Online thematisiert worden ist.

Immer wieder ist in diesem Zusammenhang zu hören, dass die genutzten Plattformen teuer und überdies z.T. „dilettantisch“ (SpOn) umgesetzt seien. Eigens für den Dialog aufgesetzte Internetangebote seien darüber hinaus ohnehin der falsche Weg (z.B. hier), man solle lieber dorthin gehen, wo sich der Nutzer schon aufhalte: ergo Twitter, Facebook & Co.

Klingt zunächst einleuchtend, aber trifft dies auch zu? Nachfolgend einige Gegenargumente:

1) Social Media Nutzung

Derzeit verzeichnet Facebook etwa 20 Mio deutsche Nutzer. Eine große Zahl, sicher. Aber selbst, wenn diese Nutzer potenzielle Interessenten für einen Dialog mit der Regierung wären, was ist mit all jenen, die Facebook nicht nutzen? Soll der Staat einen Facebook-Account voraussetzen, um mit seinen Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen? Schwer vorstellbar. Interessant auch die demografische Verteilung. Etwa 15 Mio Facebook-Nutzer sind unter 35, nur 3 Mio sind zwischen 35 und 44 Jahre alt (vgl. allfacebook). Alle bisherigen Erfahrungen zeigen aber, dass sich vor allem Menschen über 30 für politische Partizipation interessieren. Dies gilt auch für die Bürgerbeteiligung im Internet.

2) Diskurs? Welcher Diskurs?

Facebook eignet sich sehr gut für Kampagnen und Mobilisierung. Ein Austausch von Argumenten zur politischen Meinungsbildung ist dagegen die Ausnahme. Die Nutzer der Social Media neigen offensichtlich dazu, die eigene Position zu bestärken und sich vor allem mit Gleichgesinnten auszutauschen. Bestes Beispiel ist Stuttgart 21: Die Befürworter und Gegner des Bahnhofs organisieren sich in den separaten Gruppen „KEIN Stuttgart 21“ (~ 100.000) bzw. FÜR Stuttgart 21 (~ 177.000). Was dabei sicher zu kurz kommt, ist die Auseinandersetzung mit den „politischen Gegnern“. (vgl. dazu auch Marion Klemme (pdf)).

3) Datenschutz

Soziale Netzwerke werden immer wieder für unzureichenden Datenschutz kritisiert. Jüngstes Beispiel ist das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD), das alle Stellen in dem norddeutschen Bundesland aufforderte, Facebook- Dienste umgehend zu deaktivieren. Würde die öffentliche Verwaltung Facebook konsequent als Instrument des Bürgerdialogs einsetzten, dürften die Bedenken der Datenschützer noch erheblich größer sein.

4) Funktionen/ Technik

Eine politische Diskussion mit vielleicht zehntausenden Bürgern erfordert auch eine dafür ausgelegte Technik. Vor allem muss die Übersichtlichkeit gewährleistet sein, Moderatoren bei der Zusammenfassung des Diskussionsstandes unterstützt werden und – je nach Projekt – spezifische Informationen, wie bspw. Geodaten eingebunden werden. All dies wird von Facebook und Co derzeit nicht zur Verfügung gestellt.

Mein Fazit

Um möglichst viele Bürger auf ein Beteiligungsangebot aufmerksam zu machen, sollten alle verfügbaren Instrumente genutzt werden. Gerade auch Soziale Netzwerke werden hierfür immer wichtiger. Eine Alternative zu geeigneten Dialog- bzw Diskursplattformen stellen sie aber gegenwärtig nicht da.

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Frankfurt Social Media Newsroom: DEMOS-Monitor Interview mit Nikolaus Münster

Nikolaus Münster ist Leiter des Presse- und Informationsamts der Stadt Frankfurt/Main. Vor kurzem eröffnete die Stadt einen „Social Media Newsroom“, der die Social Media-Aktivitäten der Stadt auf einer Seite nutzerfreundlich bündelt.

Nikolaus Münster nahm 2009 an einem europäischen Austauschprogramm teil. In seiner Zeit beim Birmingham City Council lernte er  den Birmingham News Room kennen, das Web2.0-Angebot der Stadt. Dieser diente ihm als Good Practice-Beispiel für die Einrichtung einer ähnlichen Plattform in Frankfurt.

John Heaven (JH): Was ist ein „Social Media Newsroom“?

Nikolaus Münster (NM): Unser Social Media Newsroom fasst alle Kommunikationsplattformen auf einer Seite zusammen. Der User ruft diese Seite auf und kann alle Kanäle auf einen Blick sehen, egal ob Twitter, Facebook, Blogs oder YouTube.

Diese Kanäle habe wir schon länger betrieben. Seit 2009 kommunizieren wir über Facebook, Twitter, YouTube und andere Dienste. Damals wollten wir Erfahrung sammeln bevor wir es ganz offiziell machen. Seitdem ist Social Media zu einem zentralen Teil unserer Kommunikationsstrategie geworden.

JH: Was ist das Hauptziel des Newsrooms?

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E-Partizipation & friends: Messen, Kongresse und Tagungen bis Ende 2011

Interessierte aus Verwaltungen, Unternehmen und der „Bürgergesellschaft“ haben bis Ende dieses Jahres die Auswahl aus folgenden Veranstaltungen zu Themen wie E-Government, Open Government und E-Partizipation:

Die DIKOM Ost, Nachfolgerin der KOMCOM, findet als „Fachmesse für digitale Kommunikation“ am 13. und 14. September in der Messe Leipzig statt. Präsentiert werden IT-Lösungen für Kommunen, Schwerpunktthemen sind Social Media, Bürgerbeteiligung sowie Doppik. In einem begleitenden Vortragsprogramm stellen die Unternehmen ihre Produkte vor. Das Forum der Fachzeitschrift kommune21 widmet sich dem Thema „Social Media – Neue Formen der Öffentlichkeitsarbeit und der Bürgerkommunikation“.

Auch beim Open Government Camp 2011 (29./30.9. in Berlin) geht es natürlich um die Potenziale des Web 2.0 im Bereich E-Government, allerdings mit einem etwas anderen Fokus als bisher: Ging es in den vergangenen Jahren bei den Government 2.0-Camps um Werkzeuge des Web 2.0, sollen in diesem Jahr vor allem politische und gesellschaftliche Aspekte des offenen Regierungshandelns behandelt werden, Stichwort transparentes Verwaltungshandeln für die Bürger. Auch die Interaktionsmöglichkeiten innerhalb und zwischen Verwaltungen wollen die Organisatoren thematisieren.

Die Jahrestagung des Informationskreises für Raumplanung (IfR) e. V. am 16.September in Hamburg trägt den Titel „Planung – Beteiligung – Medien“ und beschäftigt sich mit der Einbeziehung der Bürger insbesondere bei städtebaulichen Großprojekten. Beleuchtet werden die (divergierenden) Rollen und Interessen der beteiligten Akteure, also Investoren, Medien, Öffentlichkeit und Verwaltungen. Das Forum „Zielgruppenorientierte Beteiligungsverfahren“ wird von Hans Hagedorn moderiert, Mitglied der Geschäftsführung der DEMOS GmbH.

Für Fachleute auf den Gebieten Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement präsentiert sich die Intergeo 2011 vom 27. bis 29. September auf dem Messegelände Nürnberg. Zahlreiche Aussteller zeigen auch Lösungen für Behörden auf, etwa in der Bauplanung. Der begleitende Kongress trägt den Titel „Wissen und Handeln für die Erde“ und widmet sich u. a., dem Schwerpunktthema „Stadtentwicklung in Zeiten der Schrumpfung“.

Ebenfalls in Nürnberg findet am 19. und 20. Oktober die Kommunale 2011 statt, die sich an Führungskräfte aus Städten und Gemeinden richtet und alle Themen rund um den Bedarf von Kommunen an Produkten und Dienstleistungen abdeckt. Ein Thema unter vielen ist auch E-Government, das zudem im Fachforum „IT für die öffentliche Verwaltung“ thematisiert wird.

Und schließlich können sich Führungskräfte aus Bund, Ländern und Gemeinden zu Trends im Bereich E-Government auf der Fachmesse & Kongress Moderner Staat am 8. und 9.November in Berlin informieren: Die Aussteller präsentieren in diesem Bereich u.a Lösungen zu den Themen IT-Sicherheit, Change Management, und eVErgabe. Der Fachkongress widmet sich neben anderen Themen „Bürgerorientierung & Partizipation“, Best Practice-Foren runden das Programm ab.

Weitere Informationen:

DIKOM Ost
13./14.9., Messe Leipzig
Hinweis: Kostenloser Eintritt bei Online-Vorreservierung

Open Government Camp 2011
29.9. ab 18:30 Uhr in der Bayerischen Vertretung, Behrenstraße 21/22, 10117 Berlin
30.9., 9 bis 17 Uhr in der Bertelsmann Stiftung, Unter den Linden 1, 10117 Berlin
Hinweis: Interessierte können sich an der Organisation und Gestaltung des Camps beteiligen.

Jahrestagung des Informationskreises für Raumplanung (IfR) e. V.
16.9., Hafen City Universtität Hamburg (HCU); Anmeldeschluss 6. September

Intergeo 2011
27. bis 29.9., Messegelände Nürnberg
Hinweis: Frühbucherpreise bis zum 14.8.

Kommunale 2011
19./20. 10., Messezentrum Nürnberg
Tageskarte EUR 10,00, Dauerkarte EUR 15,00

Fachmesse & Kongress Moderner Staat
8./9. 11., Messegelände Berlin
Hinweis: Ticketvergünstigung bei Online-Registrierung

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