Von Birgit Hohberg, 19. Juni 2008, 16:51 Uhr

Laut des am 15. Juni 2008 veröffentlichten Report „The Internet and the 2008 Elections“ des PEW Internet & American Life Project habe eine „rekordverdächtige“ Anzahl von 46% der Amerikaner das Internet, Email oder sms benutzt, um Informationen über die Wahlkampfkampagnen 2008 zu beziehen, sich auszutauschen oder andere zu mobilisieren. An vorderster Position in dieser Online-Politikumgebung befinden sich die Anhänger Barack Obamas.

Im Zuge der Kampagnen wurden laut des Berichts 3 Internetaktivitäten besonders häufig benutzt:

  • 35% der Amerikaner sagten, sie hätten politische Online-Videos gesehen – ein Umfang, der die Zahl nahezu verdreifacht, die das PEW Internet Project im Jahre 2004 erhob.
  • 10% nannten die Verwendung von social networking Angeboten wie Facebook oder MySpace, um Informationen zu bekommen und sich einzubringen. Diese Gruppe besteht weitesgehend aus jüngeren Wähler/innen.
  • 6% der Amerikaner äußerten ihre politischen Kommentare online, während dies im Jahre 2004 gerade 2% taten.

39% der Amerikaner, die das Internet nutzen, taten dies laut des Reports insbesondere, um Zugang zu „ungefilterten“ Kampagnenmaterial zu bekommen, einschließlich Videos der Kandidatendebatten, Ansprachen und Bekanntmachungen sowie Positionspapieren und Redeprotokollen.
Nach Aussage des PEW Internet & American Life Project hat der Gebrauch von social media substantiell zugenommen, seitdem sie diese Daten während der Midterm Elections 2006 zum ersten Mal erhoben haben. Dazu finden sich unter anderem folgende Ergebnisse:

  • 11% der Amerikaner haben an politischen Debatten teilgenommen, indem sie Beiträge anderer über den Wahlkampf weitergeleiteten oder sozusagen in der Zweitverwertung selbst erneut veröffentlichten.
  • 5% haben eigene Kommentare oder Analysen veröffentlicht.
  • 6% gingen ins Internet, um ihren Kandidaten bzw. ihrer Kampagne Geld zu spenden.
  • 12% der Internet nutzenden 18-29-Jährigen posteten ihre eigenen politischen Kommentare oder schrieben einer Online-Newsgroup, Website oder Blogs.

Angeführt von jungen Wählern haben, so der Bericht, die Unterstützer der Demokraten und Obamas die führende Position in der Nutzung von Onlinemedien zum politischen Engagement eingenommen:

  • 74% der vernetzten Obamaanhänger bezogen ihre politischen Informationen und Neuigkeiten online - im Vergleich zu 57% der Clintonanhänger.
  • Im Kopf-an-Kopf-Rennen der Internetnutzer, die den Republikaner McCain oder den Demokraten Obama unterstützen, verwenden die Anhänger Obamas häufiger Online-Medien zur Informationsgewinnung (65% zu 56%).
  • Obamas Unterstützer lassen sowohl Clintons als auch McCains Unterstützer in der Nutzung von Online-Videos, social networking sites und anderen Internetkampagnen hinter sich.

Trotz der zunehmenden Anzahl derer, die sich im Internet politisch engagieren, äußerten laut des PEW-Reports die Internetnutzer dennoch eine ambivalente Haltung zur Rolle des Internets in der Kampagne. Einerseits sagen 28% der vernetzten Amerikaner, das Internet sorge für eine persönlichere Verbindung mit der Kampagne und 22% sagen sogar, ohne Internet wären sie gar nicht erst so in die Kampagne involviert worden. Zur gleichen Zeit empfindet eine noch größere Anzahl der Amerikaner, so der Bericht, dass das Internet zur Aufbauschung extremer Einstellungen beitrage und eine Quelle für Fehlinformationen sei.

Quelle: http://www.pewinternet.org

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