Schwimmende Häuser – von der Idee bis zur Umsetzung

(c) Förster und TrabitzschIn Amsterdam gibt es schwimmende Häuser bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit Hamburgs „städtebaulichen Ordnungsvorstellungen“ schien das Wohnen auf dem Wasser allerdings lange Zeit unvereinbar. Erst der Internetdiskurs zum Leitbild Wachsende Stadt verhalf dieser attraktiven Wohnform zum Durchbruch.

Es begann ganz harmlos mit einem Diskussionsbeitrag von ‚Rahlbek’ am 4. Dezember 2002: „Hamburg brüstet sich immer wieder mit seinen vielen Fleeten und Kanälen und hat theoretisch mehr Möglichkeiten für Hausbootplätze als Amsterdam“ schrieb der Teilnehmer und kritisierte, dass „praktisch nichts unternommen wird, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Wer einmal in einer Stadt mit Hausbooten war, kennt diesen lebendigen Impuls für die Stadt“. Mit dieser Ansicht Stand Rahlbek nicht allein. Unter Titeln wie „Auf dem Wasser wohnen“ oder „schwimmende Häuser“ entwickelte sich in den folgenden Wochen eine lebhafte und kreative Diskussion, die am Ende zu einer Ideenskizze zusammengefasst werden konnte. Eine vom Senat eingesetzte Jury zur Bewertung der Diskussionsergebnisse hat die schwimmenden Häuser anschließend zur Umsetzung empfohlen. Und dann?

Lange Zeit gab es keine sichtbaren Fortschritte. Im Hintergrund befassten sich verschiedene Behörden mit den vielfältigen rechtlichen, technischen und stadtplanerischen Problemen, die gelöst werden mussten, bevor mit der Realisierung des Vorhabens begonnen werden konnte. Aber auch die Ideengeber arbeiteten weiter an der Realisierung ihres Wohntraumes und interessierten Architekten, Stadtplaner und schließlich auch den Bezirk Hamburg Mitte für dieses Projekt.

Die Bezirksversammlung hat 2005 ein Gutachten bei dem Architektenbüro Förster Trabitzsch in Auftrag gegeben, um geeignete Standorte (oder Schwimmorte?) zu identifizieren. Die Gutacher haben Pilotprojekte am Hochwasserbassin und der Bille vorgeschlagen, die dann im Frühjahr 2006 vom Senat beschlossen worden sind. „Hinter der Idee einer Perlenkette schwimmender Häuser steckt auch der Wunsch, die rudimentär vorhandenen idyllischen Fußwege oder Promenaden miteinander zu verbinden und die Innenstadt mit dem “Wassersport-/Naherholungs-Paradies” Billebecken zu verbinden“ (Bezirksamt Hamburg Mitte).

Zwar könnten gegenwärtig noch keine Anträge auf Liegeplätze angenommen werden, „da die Handlungsgrundlagen (Übergang der Zuständigkeit und Senatsdrucksache) noch nicht bestehen“ heißt es auf der Internetseite des Bezirksamtes Mitte. Ob tatsächlich bereits 2006 die ersten Hausboote anlegen können, wie vom Senat in einer Pressemeldung im März angekündigt, bleibt daher abzuwarten. Immerhin gibt es inzwischen aber einen Prototyp der Floating Homes GmbH zu besichtigen – physisch im Sportboothafen, virtuell hier.

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