Welche Entwicklungen bestimmen momentan das Themenfeld der elektronischen Partizipation? Diese Frage ist für die Anwender, also Gemeinden, Unternehmen, Organisationen und Bürger, genau spannend wie für die Anbieter, also zum Beispiel uns. Auf dem Citizen Empowerment Symposium 2008 hatten wir die Möglichkeit, mit vielen Trendsettern und Vorreitern der e-Partizipation aus allen diesen Gruppen zu sprechen. Ich möchte hier nun versuchen, zwei dieser Trends kurz darzustellen.
Sehr deutlich hat sich gezeigt, dass das Thema participatory budgeting, also Bürgerhaushalte, in verschiedenen Ländern Europas und auch weltweit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Hierbei geht der Trend vor allem hin zur Nutzung von Onlinetools. Wissenschaftler und Vertreter von Kommunen berichteten über ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Thema und es wurde festgestellt, dass diese Form der Beteiligung an Budgetplanungen nicht nur für Gemeinden und ihre Bürger interessant ist, sondern auch für NGOs und andere Organisationen, die ihre knappen Ressourcen verteilen müssen. Hier kann ich noch zufügen, dass gerade Organisationen, wie zum Beispiel Gewerkschaften, die intern demokratisch organisiert sind, Tools für die partizipative Budgetplanung verwenden könnten. Diese würde die demokratische Struktur stützen und sich gleichzeitig als Innovation kommunikativ darstellen lassen.
Ein weiterer Trend wurde speziell durch die anwesenden Politiker, aber auch von NGO-Vertretern, artikuliert. Social Networks, wie Facebook oder speziell in Groß Britannien bebo, werden immer intensiver für den direkten Austausch zwischen Politikern/Organisationen und der jeweiligen Zielgruppe genutzt. Dabei spielt allerdings das „alte“ Medium E-Mail immer noch eine sehr wichtige Rolle. Eine weitere Besonderheit beim Einsatz von Social Networks durch Politiker stellt der starke Lokalbezug dar. Gerade in jüngeren Wählerschichten ist die Durchdringung dieser Netzwerke sehr hoch, so dass sie einen guten zusätzlichen Kommunikationskanal darstellen.
In einem späteren Artikel werde ich mit Sicherheit noch auf andere Trends und mögliche zukünftige Entwicklungen eingehen. Zum Schluss noch einmal der Hinweis auf Axel Gedaschko, der für seinen innovativen Einsatz von DEMOS-Diskursen von der ICELE ausgezeichnet wurde.


