Von Birgit Hohberg, 3. Dezember 2009, 17:37 Uhr

Am kommenden Montag, den 7.12., startet in Kopenhagen die 15. UN-Klimakonferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, die zugleich das fünfte Treffen im Rahmen des Kyoto-Protokolls darstellt. Entsprechend der Bali Roadmap von 2007 steht die Verabschiedung eines neuen Klimaschutz-Abkommens auf dem Plan.
An der aktuellen Weltklimakonferenz sollen diesmal jedoch nicht nur Staatsvertreter teilnehmen. Das Gastgeberland Dänemark möchte über die Nutzung vieler verschiedener interaktiver Kommunikationskanäle die Weltöffentlichkeit in die Deabtte miteinbeziehen und darüber zu einem wachsenden globalen Bewußtsein für den Klimawandels beitragen.

So bietet die offizielle Website www.cop15.dk die Möglichkeit, Pressekonferenzen, Verhandlungen und weitere Veranstaltungen online abzurufen. Daneben liefern die beiden Blogs “Climate Thinkers Blog” und “Behind the Scenes Blog” Artikel von internationalen Klimaexperten sowie Einblicke hinter die Kulissen der Konferenz. Zudem wurden noch zusätzliche Kanäle der Neuen Medien eingerichtet, über die interessierte Bürgerinnen und Bürger Fragen stellen und diskutieren können, zum Beispiel über die eigens eingerichteten Seiten bei Facebook, „Raise Your Voice“ - COP15 auf YouTube und Twitter.

In einer Kooperation zwischen Dänemark und Google werden auf Google Maps und Google Earth Szenarien und Konsequenzen des Klimawandels für die verschiedenen Weltregionen visualisiert und wissenschaftlichen Daten des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC), des UNO-Klimasekretariats UNFCCC sowie weiteren Wissenschaftlern veranschaulicht.
Über www.greetings.cop15.dk können Bürgerinnen und Bürger persönliche Nachrichten an Staats- und Regierungschefs senden.

Im Umfeld der UN-Weltklimakoferenz engagieren sich auch weitere Organisationen und Intiiativen um eine öffentliche Beteiligung an der Klimadebatte, wie zum Beispiel die Tck Tck Tck Kampagne, die Jugendkampagne “Unite for Climate” der UNICEF, www.1010uk.org, Prince Charles’ Rainforest Projekt, die Hopenhagen Kampagne , World Wide Views on Global Warming, die Petitionskampagne von www.sealthedeal2009.org bis hin zu kleinen Initiativen wie die Facebookgruppe “Copenhagen. We Are Climate!”.

Wie schwierig die Einigung im globalen Kontext weiterhin sein wird,  zeigen bereits aktuelle Meldungen auf nationaler Ebene. So meldet zeit-online laut dpa, dass es im Bundestag am heutigen Donnerstag zu schweren Auseinandersetzungen über die Klimapolitik der Bundesregierung gekommen sei.

Pünktlich zum Start der UN-Weltklimakonferenz sind auch einige neue Studien erschienen, die Aufschluss über relevante Entwicklungen in Deutschland und Europa geben:

So zieht das Umweltbundesamt (UBA), das seit einem Vierteljahrhundert regelmäßig über die Entwicklung des Umweltzustandes in Deutschland berichtet, in seiner aktuellen Veröffentlichung „Daten zur Umwelt – Ausgabe 2009“ eine gemischte Bilanz. Ein Auszug der Studie kann hier eingesehen werden

Laut der PwC-Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) habe Deutschland zwar mehr erreicht als andere Industriestaaten, müsse aber noch viel tun, um die künftigen Ziele zu erreichen. Vor dem Hintergrund seiner hohen Wirtschaftsleistung müsse Deutschland die CO2-Emissionen, die pro erwirtschaftetem Bruttoinlandsprodukt anfallen («Carbon Intensity»), bis 2050 um fast 90 Prozent senken. Damit stehe Deutschland vor größeren Herausforderungen als die meisten anderen Volkswirtschaften der G20. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Adam-Europa-Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI schlussfolgert, dass Europa die CO2-Emissionen bis 2050 um 40 Prozent reduzieren muss. Es müssten daher alle für Treibhausgase verantwortlichen Sektoren berücksichtigt und in die Pflicht genommen werden. Neben Industrie und Transport sollte der CO2-Ausstoß auch in Haushalten, bei Dienstleistung und Stromerzeugung drastisch reduziert werden. Schwerpunkte werden im Ausbau erneuerbarer Energien und energieeffizienten Technologien gesehen. Mehr Informationen zur Studie

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