US Vorwahlen: Entscheiden junge Wähler über nächsten Präsidenten?

Junge Erwachsene interessieren sich immer weniger für Politik und beteiligen sich dementsprechend gering bei politischen Wahlen. Dieser Trend wurde zunächst in den USA seit 1974 nachgewiesen und konnte auch in europäischen Ländern – bspw. in Deutschland seit den 1980er Jahren – beobachtet werden.

Zumindest in den USA scheint sich dieser Trend inzwischen aber ins Gegenteil zu verkehren!

vorwahlen

Bereits bei den Präsidentschaftswahlen 2004 hatte die Wahlbeteiligung in der Gruppe der 18-29 Jährigen erheblich zugenommen – mit 4,3 Millionen zusätzlichen Wählern. Damit war der Anstieg in dieser Gruppe (9%) mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Wahlberechtigten (4%). Bei den so genanten midterm elections in 2006 war die Wahlbeteiligung der jungen Wähler um 3% höher als bei den entsprechenden Wahlen in 2002. Das war immer hin der erste Anstieg der Wahlbeteiligung junger Wähler bei den Zwischenwahlen seit 24 Jahren (Quelle/pdf).

Sollte sich diese Entwicklung im Wahljahr 2008 fortsetzen, könnte man tatsächlich von einem neuen Trend sprechen – und danach sieht es derzeit aus. Nach ersten Schätzungen hat sich die Beteiligung der unter 30-Jährigen bei den Vorwahlen in Iowa verdreifacht. Davon profitiert haben die beiden Kandidaten, die Weblogs und Social Networks am besten in ihre Wahlkampfstrategie integriert haben: Mike Huckabee und Barak Obama. Ob zwischen Webstrategie und den (Vor-) Wahlergebnissen allerdings eine kausale Beziehung besteht ist bisher zumindest nicht bewiesen. Plausibler erscheint die Hypothese, dass es den beiden Gewinnern insgesamt besser gelungen ist, soziale Netzwerke zu mobilisieren.

Um den Trend steigender Wahlbeteiligung bei jungen Wähler weiter zu unterstützen, haben jetzt The League for Young Voters und MoveOn.org eine Facebook Anwendung entwickelt, mit der in einer simulierten Vorwahl über die verschiedenen Kandidaten abgestimmt werden kann. Junge Wähler können so ihre Unterstützung für einen Kandidaten öffentlich zeigen und sehen, wie ihre Freunde abgestimmt haben. Auswertung gibt es darüber hinaus auch auf der Ebene von Netzwerken und Gruppen.

Viele Jugendverbände und Otrganisationen in den USA unterstützen dieses Projekt. Die Initiatoren sehen allerdings selbst die Gefahr, dass die Jungwähler die Simulation mit der Realität verwechseln. Bei den häufig gestellten Fragen auf der Website von The League heißt es :

So I just vote online and that’s it?

Well, hell no! Voting online is a cool way to show people that you’re paying attention and that you want your voice to be heard. But it doesn’t count for much unless you get off your rear and vote in the real elections too.

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