Noch in diesem Jahr sollen in Hamburg die ersten schwimmenden Häuser fest machen. Die Liegeplätze werden am Viktoriakai (Hochwasserbassin) in Hammerbrook und am Eilbekkanal unweit des Kuhmühlenteichs sein.
Lange Zeit war „Wohnen auf dem Wasser“ mit dem Flair einer alternativen Lebenseinstellung verbunden. In Hamburg werden allerdings nicht, wie man es beispielsweise aus Amsterdam kennt, umgebaute Schuten und Segler anlegen, sondern moderne Pontons, auf denen speziell von Architekten entworfene schwimmende Wohnhäuser stehen werden.
Die Idee der schwimmenden Häuser entstammt der 2002 durchgeführten online durchgeführten Bürgerbeteiligung zum Thema „Metropole Hamburg – Wachsende Stadt“. Wie berichtet gehören die Lieger, wie die Hausboote im Fachjargon genannt werden, zu einer der sieben prämierten Ideen, die für die Stadt Hamburg umgesetzt werden sollen. Der Senat der Stadt richtete daraufhin, einen entsprechenden Prüfauftrag an die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) zu richten. Durch die Recherchen wurde deutlich, dass erhebliches privates Interesse besteht. In den vergangenen Jahren gingen beim Amt für Landesplanung ca. 500 Einzelanfragen nach Liegeplätzen für Hausboote und Schwimmende Häuser ein. Diese Anziehungskraft für Nutzer und Investoren ist eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung.
Die oben genannten Standorte hat die Stadt als Pilotprojekte mit 18 und 10 Liegeplätzen vorgesehen. Hieran sollen verschiedene Investitionsmodelle und die technische Umsetzung erprobt werden. Nach mehrjähriger Planungsphase sind die im letzten Jahr begonnen Erschließungsarbeiten jetzt weitgehend abgeschlossen, so dass noch dieses Jahr mit der Fertigstellung der Projekte gerechnet werden kann.
Der Bezirk Mitte arbeitet für den Viktoriakai mit dem Hamburger Architekturbüro Förster Trabitzsch zusammen („Floating-Homes“). Die vorgesehenen Häuser sind ca. 100 qm groß und sollen etwa 300.000 Euro kosten. Wegen den niedrigen Brücken handelt es sich, ebenso wie bei den schwimmenden Häusern am Eilbekkanal, um eingeschossige Wohneinheiten.
Am Eilbekkanal konnten sich bis Januar diesen Jahres private Bauherren um die 10 Liegeplätze bewerben. Eine Jury wird dann Anfang Mai die eingereichten Entwürfe begutachten und entscheiden, welche Hausboote am Eilbekkanal anlegen dürfen und welche zehn Bewerber ihren Traum vom Leben auf dem Wasser realisieren können.
Die Nachfrage nach Wohnplätzen auf den Hamburger Wasserflächen ist enorm. Andreas Lange, Hausbootlotse beim Bezirk Mitte, sagte dem Hamburger Abendblatt, dass ihn fast täglich neue Anfragen erreichen.* Die Anzahl der Liegeplätze ist allerdings begrenzt. Insgesamt strebt die Stadt etwa 100 an. Vorerst will Hamburg anhand der beiden Pilotprojekte Erfahrungen mit dieser neuen Wohnform sammeln. Der Bezirk Mitte prüft derzeit aber auch schon die Möglichkeit, Plätze am Billebecken in Hamm-Süd zu erschließen.
* Selbst die Auswertung der Statistik von demos-monitor.de bestätigt dieses Interesse. Erstaunlich viele Besucher unserer Seite landen hier über die Seite einer Suchmaschinedie durch die Eingabe des Suchbegriffs „schwimmende häuser hamburg“.




Ein zukunftsweisendes Modell, dem sicherlich noch viele Städte am Wasser folgen werden.