Wie heise.de heute berichtet, zieht die EU-Kommission bezüglich des europäischen i2010-Programms zur Schaffung eines einheitlichen Marktes für elektronisches Wirtschaften, Stärkung der Innovation und Forschung im Informationssektor und Verbesserung öffentlicher Dienste und Lebensqualität eine ambivalente Zwischenbilanz in Hinsicht auf die Umsetzung der im Jahr 2005 festgelegten Internet- und Kommunikationsstrategie: als positiv wird gewertet, dass Europa inzwischen weltweit zu den führenden Kräften bei der digitalen Wirtschaft gehöre und insgesamt mehr Breitbandanschlüsse aufweise als die USA. Derzeit nutzt die Hälfte der Europäer regelmäßig das Internet.
Dennoch sei das Ziel eines einheitlichen digitalen europäischen Marktes laut des Berichts noch nicht erreicht und die Differenzen zwischen einzelnen EU-Mitgliedsstaaten weiterhin sehr groß. Während insbesondere die skandinavischen Länder sowie die Niederlande die Zielvorgabe von 30 Prozent Breitbandanschlüssen bereits erfolgreich gemeistert hätten, erreichen andere Länder wie Bulgarien, Portugal, die Slowakei, Griechenland und Rumänien bisher weniger als 10 Prozent. Deutschland liege mit 23,8 Prozent Breitbandanschlüssen auch nur knapp über dem EU-Durchschnitt von 20 Prozent.
Um diese Unterschiede zu beheben, werden derzeit verschiedene Strategien diskutiert: so schlägt die Medienkommissarin Viviane Reding eine Superkontrollbehörde namens EECMA (European Electronic Communications Market Authority) vor, während das Europäische Parlament eine EU-Behörde mit lediglich beratender Funktion vorzieht. Darüber hinaus sollen ein Aktionsplan zur Förderung der elektronischen Signatur und ein europäisches Rechnungs-Framework zur Vereinheitlichung des europäischen Marktes beitragen.
Auch das für 2010 angestrebte Ziel, 3 Prozent des Bruttosozialproduktes für Forschung und Entwicklung aufzuwenden, sei bislang noch nicht erreicht. So investiere die USA laut des Berichts im Vergleich zu Europa fast doppelt so viel Geld für Forschung und Entwicklung im Informationssektor und fördere bislang auch stärker als die EU Bereiche mit umfassenderem Forschungsaufwand. Die Verringerung dieser Differenz zwischen Europa und seinen Hauptkonkurrenten werde als eine wichtige Voraussetzung zur Erneuerung der Informationsgesellschaft angesehen.
Quelle: http://www.heise.de


